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Konkurs - sein Wesen

Alleine das Wort verursacht bei fast jedem Unternehmer Angst und Schrecken, obwohl der Hintergrund, die Voraussetzungen und die Folgen den Meisten unbekannt sind. Alleine schon im Jahr 2014 wurden laut Angaben des Bundesamtes für Statistik 13 568 Konkurseröffnungen getätigt. Es gab dabei Verluste in Höhe über 3 Milliarden CHF und Pfändungsvollzüge in Höhe über 1,5 Milliarden CHF. Unter der Betrachtung dieser Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass der Gedanke an Konkurs in den Köpfen der Gesellschaft furchteinflössend wirkt. Seine rechtliche Regelung findet sich im Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs.

 

 

Was ist der Konkurs?
Es ist ein wirtschaftlicher Zustand, indem sich ein Unternehmen befindet. Jedes Unternehmen hat Kapital mit dem es wirtschaftet und jedes Unternehmen macht Schulden. Erst wenn die Schulden das Kapital überschreiten und es nicht absehbar ist, dass sich dieses ändert, dann ist ein Unternehmen im „Konkurs“. Also zu hohe Schulden und zu wenig Geld um sie zu begleichen begründen den Konkurs.
Sein Sinn und Zweck besteht darin, dass die Gläubiger ihr Geld bekommen und/ oder dem Unternehmen mit einem Sanierungsplan zur Schuldenfreiheit verholfen werden kann.

Was passiert, wenn die Schulden höher sind als das Kapital?
Theoretisch hat das Unternehmen damit den Zustand des Konkurses erreicht. Allerdings ist das irrelevant, weil, wenn keiner den Konkurs deklariert, dann existiert er tatsächlich nicht.
Erst wenn der Gläubiger, Unternehmer, Geschäftsführer, Organ etc. einen Antrag beim Konkursgericht stellen, erlangt er rechtliche Existenz.Aber Achtung! Ein zu spät gestellter Konkursantrag ist meistens für den Unternehmer mit strafrechtlichen Konsequenzen verbunden. Der Grad ist sehr schmal.

Wer kann in den Konkurs?

Es gibt den Firmenkonkurs und den Privatkonkurs.
Der Firmenkonkurs geht nur bei Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind.Dies sind: Inhaber einer Einzelfirma, Mitglied einer Kollektivgesellschaft, Mitglied einer unbeschränkt haftenden Kommanditgesellschaft oder des Verwaltungsrates Aktiengesellschaft, Kommanditgesellschaft, GmbH, Verein, Stiftung, Kommanditgesellschaft... Jede überschuldete Privatperson kann unabhängig von einem allfälligen Eintrag im Handelsregister beim Richter des zuständigen Gerichts Insolvenz anmelden.

Welche Verfahren finden Anwendung?

Ordentliche Konkursbetreibung, Wechselbetreibung und Konkurseröffnung ohne vorgängige Betreibung.

Was sind die Gründe?
Unbekannter Aufenthalt des Schuldners, Flucht des Schuldners, Betrügerische Handlung des Schuldners, Verheimlichung von Vermögen, Zahlungseinstellung, Insolvenzerklärung des Schuldners selbst, Überschuldungsanzeige durch den Schuldner.

Was passiert genau nach so einem Antrag bei einer ordentlichen Konkursbetreibung?

1.  Der Schuldner bekommt einen Zahlungsbefehl vom Betreibungsamt, die Konkursandrohung. Damit Beginnt die Schuldbetreibung auf Konkurs. Er hat die Möglichkeiten:
a)  die Schuld zu bezahlen - Betreibung wird eingestellt
b)  Rechtsvorschlag zu erheben und sich damit gegen die Betreibung zu wehren. Die Betreibung wird eingestellt.
c)  Betreibungsrechtliche Beschwerde erheben, weil Fehler passiert sind
d)  Beweismittel verlangen.

2.  Schlichtungsverhandlung / Klage
Hier entscheidet der Friedensrichter/ Konkursrichter über die Forderungen des Gläubigers.Mit dem Konkursbegehren dh. dem Antrag des Gläubigers bei Gericht, verlangt er die Verwertung des Vermögens des Schuldners.
Das Konkursgericht setzt die Verhandlung an und eröffnet danach das Urteil:
a) Gutheißung des Konkursbegehrens bedeutet, dass der Konkurs gegen den Schuldner   eröffnet wird.
b) Abweisung des Konkursbegehrens
c) Nichteintreten auf das Konkursbegehren dh  der Richter lässt keine Verhandlung zu.

3.  ZPO- Beschwerde ist nach dieser Entscheidung möglich.

Was kommt als nächstes?

Also im weiteren Verfahren werden nun die Akten gesichtet, eine Inventaraufnahme getätigt, Sicherungsmaßnahmen getätigt, damit das Vermögen nicht an Wert verliert.
Der Konkurs wird Publiziert und alle Gläubiger werden versammelt, damit sie ihr Geld von dem Vermögen also der Konkursmasse des Schuldners erhalten. Die Verwertung des Vermögens wird nun getätigt, jeder der einen Anspruch beweisen kann gegen den Schuldner wird ausgezahlt bzw er bekommt Verlustscheine, die er gegen den Schuldner auch später einlösen kann.

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